Gruppenausstellung – “Walden”

MONIKA PICHLER
GUDRUN STOLZ
DIMITRIOS VELLIS
JULIA VOGT

Eröffnung: Mittwoch 29. Juni 2016, 19:00 Uhr
Ausstellung: bis 16. August 2016
Eröffnungsrede: Katharina Rosenbichler

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Die Gruppenausstellung Walden versammelt im White Cube der Kunsthalle Linz Werke, welche das Titel gebende Territorium von verschiedenen Standpunkten aus begehen: Von der Fotografie bis zur Bronzeskulptur, vom heimischen Nadelforst bis zum tropischen Dschungel, von menschlichen Spuren im Ökosystem Wald bis zu den feinen Verästelungen einzelner Blätter.

“Monika Pichler zeigt in Strayed einen Wald, der in der Nähe der Kunsthalle Linz liegen könnte, in dem aber auffallend unterschiedliche Menschengruppen unterwegs sind. Sie spazieren, joggen, transportieren Güter, gehen ihre alltäglichen Wege oder sind auf der Durchreise. Und doch haben sie sich zusammengefunden, als collagenartiges Suchbild auf Holz gedruckt. (…) Der Protagonist von Dimitrios Vellis’ Fotografie Lost hingegen scheint ganz bei sich zu sein und doch auf jemanden zu warten. Weshalb er sich alleine in den Wald begeben hat oder warum er dort zurückgelassen wurde, bleibt unklar. Sein Gesicht verbirgt er hinter der Maske eines tierischen Waldbewohners, sein nackter Menschenkörper wirkt an diesem Ort umso verletzlicher. (…) Julia Vogt wiederum verweist in Bus Stop Honecreek, Costa Rica nur auf die Anwesenheit von Personen, indem sie ein von Anwohner*innen autonom errichtetes Wartehäuschen vor einer Regenwaldkulisse fotografiert. Obwohl sich die improvisierte Architektur im Zentrum und eine betonierte Straße im unteren Teil des Bildes befinden, dominiert das satte Grün des Dschungels. (…) Die eigenwillige Kraft und vielfältige Ästhetik der Natur ist auch in die Arbeiten von Gudrun Stolz eingeschrieben, die Blätter von Laubbäumen in Bronze abgegossen hat. Diese Veränderung der Materialität lädt zum Nachdenken und im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen ein. Im Detailreichtum der Skulpturen könnte man ebenso verloren gehen, wie in einem Wald.” (D. Wittinghofer)

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Monika Pichler
/ “Strayed” / Transferdruck auf Holz / 2016

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Gudrun Stolz
/ “o.T. (Eiche, Buche, Birke)” / Bronzeskulpturen / 2016

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Dimitrios Vellis
/ “Lost” / Fotografie / 2014

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Julia Vogt
/ “Bus Stop Honecreek, Costa Rica” / Fotografie / 2015

„Ich erinnere mich an sehr viel Moos. An der Naht zwischen Ort und Nicht-Ort, am Verflimmern von Landschaft und Natur, an den Grenzen von Abbildung und Absurdität ein zarter Dämpfer, eine weiche Schönheit um alles herum, was dort zusammenkam, auch wenn es gar nicht ursprünglich zusammengehörte. Als Kinder hatten meine Schwester und ich größten Spaß daran, das Moos im Garten unserer Eltern abzusondern und in den absonderlichsten Formationen auf den Komposthaufen zu verfrachten, quasi Natur kompostieren. Heute zieht es mich nur mehr weit raus ins möglichst Unberührte. Wahrscheinlich gibt es das als Ort gar nicht mehr, aber diese Stille im Freien ist doch eine wunderbare Romantik. Im Kleinen alles zu entdecken vermögen, aus Altem Neues zu verbauen, sich mit sich selbst im Rhythmus zu bewegen. Frei sein, demaskiert. 25 Jahre später gibt es in unserem Garten übrigens nur mehr Moos. Die Natur holt sich eben doch alles zurück, ganz egal, wie sehr wir sie bewalden.“ (K. Rosenbichler)

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Kurator: David Wittinghofer
Fotos: Laurien Bachmann

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